gedichte-server.com - Nicht empfehlenswert(bha) - 08.03.2007 @ 01:02 UhrEs ist mittlerweile zum Volkssport des Internet-Business geworden, Informationen die frei verfügbar im Internet verfügbar sind, kostenpflichtig an den Mann beziehungsweise Frau zu bringen. Das Prinzip ist dabei stets das Selbe: Bei Google werden Anzeigen geschaltet die vor den eigentlichen Suchergebnissen eingeblendet werden. Dann hoffen die Betreiber, dass die Internetuser auf diese Textanzeigen anstatt der Suchergebnisse klicken und auf Ihren Seiten landen. Gedichte-Server.com mit mehr als 2000 Gedichten Auf den dann meist schön gestalteten Seiten werden dann Auschnitte der angebotenen Leistungen angepriesen, doch um letzlich Zugang zu erhalten, muss eine Anmeldung erfolgen. Das Anmeldeformular sieht dabei harmlos aus. Es erinnert an eine Anmeldung bei einem x-beliebigen Forum. Der Hammer liegt aber in einem kleinen Sternchen, das auf eine Fußnote verweist. In dieser Fußnote wird dann darauf verwiesen, dass man eingentlich soeben einen kostenpflichtigen Nutzungsvertrag abschließt. Im Fall von gedichte-server.com umfasst dieser eine Nutzungsgebühr in Höhe von 59.95€ für einen 6-Monatszugang. Dafür erhält man laut Anbieter, der so genannten NETContent Limited aus Frankfurt, über die oben genannte Vertragsdauer Zugriff auf mehr als 2000 Gedichte. Vertragsfreiheit in Deutschland Dagegen gibt es grundsätzlich keine Einwände. Auch nicht gegen die Tatsache, dass die auf www.gedichte-server.com gefundenen Gedichte auf anderen Seiten kostenlos verfügbar sind. Was allerdings aufstößt, ist die Tatsache, dass im Falle von gedichte-server.com die Preisangabe nicht deutlich kommuniziert wird. Die Preisangabe ist zwar fettgedruckt, allerdings erst am äußersten Ende der Seite und weit unter dem Anmeldebutton platziert. Benutzer die mit kleinem Bildschirm und einer geringen Auflösung durch das Internet surfen, sehen den Abschnitt mit der Preisangabe erst nach dem Herunterscrollen der Seite. Amtsgericht München mit ähnlichem Fall Ob ein solches Vorgehen rechtens ist, müssen die deutschen Gerichte entscheiden. Allerdings erlies das Amtsgericht München in einem ähnlichen Fall Mitte Januar ein Urteil (Zum Nachlesen: Az.: 161 C 23695/06, Urteil vom 16.01.2007) im Sinne der Verbraucher. Hier ging es um eine Internetseite auf der man seine Lebenserwartung berechnen konnte. Auf der Webseite befand sich etwas unterhalb des Anmeldebuttons ein mehrzeiliger Text, indem unter anderem auch auf den Nutzerpreis in Höhe von 30 Euro hingewiesen wurde. Die genaue Regelung dazu befand sich innerhalb der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Richterin nahm die betreffende Internetseite selbst in Augenschein und kam zu dem Ergebnis, dass dem Besucher zunächst bewusst vorenthalten wird, dass es um eine kostenpflichtige Leistung gehe, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtsgerichts München. Die Klägerin muss das vom Beklagten verlangte Nutzungsentgelt folglich nicht entrichten. NETContent Limited mit weiteren ähnlichen Angeboten Das es sich bei gedichte-server.com nicht um ein einzelnes Produkt handelt wird nach kurzer Recherche deutlich. Bei ähnlichen Seite der NetContent Limited ist ebenfalls Vorsicht geboten. Lesen bei der Anmeldung auf alle Fälle gründlich die AGB. Unter anderem fanden wir folgende Seiten:
enjoyshopping.de Fazit: Wir können von den oben beschriebenen Angeboten der NETContent Limited nur abraten. Zumindest ähnliche Inhalte lassen sich nach intensiver Recherche auch meist kostenlos finden. Sollten Sie bereits unverhofft eine Rechnung der NETContent Limited erhalten haben, empfehlen wir Ihnen die Verbraucherzentrale oder Ihren Anwalt zu kontaktieren.
|
|
Webmastertools
|
Intern
|
Partner
|